3 Monate Schuldenfreiheit: Wo stehen wir heute?

Oktober 2020: Wir haben unser großes Ziel erreicht! Schuldenfreiheit nach über fünf Jahren. Insgesamt haben wir $88.937 abgezahlt. Es waren zähe Jahre, die emotional und natürlich finanziell teilweise richtig schlimm waren und wir haben Schicksalsschläge hinter uns die immer noch an uns zehren. Wir sind gezeichnet, erschöpft und unsere große Motivation war der erste Familienurlaub, der natürlich dank Corona weiterhin auf Eis liegt. Wo befinden wir uns also jetzt drei Monate nach der Schuldenfreiheit?

Das Gefühl der Schuldenfreiheit

Es fühlt sich mittlerweile normal an. Die ersten Wochen konnten wir es nach so langer Zeit gar nicht wahrhaben, aber mittlerweile ist es eingesunken. Und trotzdem, zaubert es uns noch weiterhin ein Lächeln ins Gesicht. Auch drei Monate später empfinde ich immer noch Dankbarkeit von dieser Last entbunden zu sein.

Wie es weiterging im November

Im November brach dann alles auf uns ein. Lauter Kleinigkeiten haben unser Budget aufgefressen, wie ihr auf Instagram verfolgen konntet: Autoreparaturen und wir mussten uns und unseren Kindern auch Kleider für den Winter kaufen. Wir haben unsere Uhren selbst wieder in Gang gebracht und haben meinen Vater besucht. Die letzten Monate sind nur so an mir vorübergegangen. Eigentlich hatten wir nach unserer endgültigen Schuldentilgung ein Date geplant in einem wirklich tollen Restaurant, welches wir uns sonst nie geleistet hätten (plus Geld für den Babysitter). Aber durch Corona fiel das auch ins Wasser. Es gab leider wirklich kein Highlight. Jeder Tag glich und gleicht noch dem anderen und das finde ich momentan sehr bedrückend.

Dann kam der Dezember

Im Dezember haben wir unser Geld natürlich für Weihnachtseinkäufe und die Fahrt zu meinem Vater ausgegeben. Da wir für die Schuldentilgung im Oktober wirklich jeden letzten Cent geplündert hatten, haben wir aus unserem Dezember Budget auch noch die KFZ-Versicherung für 2021 vollständig bezahlt. Wir legen jeden Monat per Dauerauftrag Geld für die Versicherung zur Seite, aber uns war die Schuldentilgung wichtiger im Oktober und wir wussten, dass wir dank Weihnachtsgeld auch noch die Versicherungen für das kommende Jahr decken konnten. Ende des Jahres können wir es dann wieder von unserem Versicherungskonto zahlen. Ein paar Euro haben wir noch in die Hand genommen, um die Küche zu renovieren. Wir sind einen Monat später immer noch glücklich mit den weißen Fronten und froh, dass das komische grün Geschichte ist. Auch der neue Wasserhahn ist praktisch und ich bin erleichtert, dass ich den Wackelhahn los bin (wir haben ihn mehrmals repariert, aber er musste dann halt ausgetauscht werden).

Der Januar fing eigentlich gut an

Januar fing klasse an. Wir mussten nur eine kleine Autoreparatur vornehmen und die Batterie austauschen. Insgesamt gingen dafür 170 Euro drauf. Das war zu verkraften. Dummerweise ging mir dann noch der Bräter kaputt. Da ich den jeden zweiten Tag zum Brotbacken nutze, habe ich einen neuen bestellt. Es war gar nicht so einfach einen zu finden der 240 °C aushält (wer hätte das gedacht). Ärgerlich! Aber auch nicht weiter tragisch. Dann rief mein Schwiegervater an und hat meinem Mann mitgeteilt, dass er einen Brief vom Department of Veterans Affair bekommen hat. Anscheinend haben sie 2009/10 über ein Jahr hinweg angeblich zu viel an Studiengebühren bzw. Wohngeld überwiesen und hätten es gerne wieder.

Das fällt ihnen 11 Jahre später auf? Nein, sie haben uns mehrmals angeschrieben, und zwar immer an eine veraltete Adresse von uns. Da es in den USA kein Einwohnermeldeamt gibt haben sie auf gut Glück die Adresse meines Schwiegervaters angeschrieben. Mein Mann ist dort übrigens 1997 ausgezogen. Ihr könnt euch gar nicht denken, wie sehr ich noch immer die Augen rolle. Aber es ist die Regierung, damit spaßt man nicht, also zahlen wir nun im Januar gut 1.000 Dollar zurück. Den Monat kann man nur so beschreiben: Wie gewonnen, so zerronnen. Wir kommen also bei einer schwarzen Null heraus.

Wo stehen wir gerade?

Unser nächstes Ziel waren und sind Rücklagen in Höhe von unseren Ausgaben für sechs Monate. Wir arbeiten also noch immer am ersten Monat. Daher gibt es rechts auch keinen Fortschritt, da man nur ganze Monate eintragen. Also steht es noch bei Null. Unsere Ersparnisse steigen also langsamer als erwartet momentan, dank unvorhergesehener Umstände. Aber sie steigen! Und das ist schon ein Segen und Privileg während einer Pandemie.

Drei Monate Schuldenfreiheit – ein Fazit

Ich bin ausgelaugt. Finanziell ist alles abgedeckt, auch wenn wir durch Kurzarbeit meinerseits immer noch finanzielle Einbussen haben, bei gleich bleibenden Ausgaben (z. B. 300 Euro Betreuungsgebühren für die beiden Kinder die nun mindestens zwei Monate zu Hause sein werden). Ja, ich bin dankbar dafür das wir ein Dach über den Kopf haben, warmes Wasser aus dem Hahn kommt und wir haben gutes Essen. Seit der Schuldentilgung hat sich unser Essensbudget erhöht und wir achten mehr auf regional und bio, dass ist uns jeden Cent wert und für uns der absolute Luxus den wir uns jetzt leisten können.

Damit hat sich auch schon die Sache. Alle anderen Posten sind gleich geblieben bzw. wir versuchen mit unseren Sparchallenges auf Instagram noch mehr zu sparen. Momentan kaufe ich die Frühjahrs- und Sommerkleidung für unsere große Tochter mit Gutscheinen ein (siehe auf Instagram in den Stories für Einzelheiten). Ich hadere momentan mit dem grauen Wetter und dem Lockdown. Ich wünsche mir nichts Sehnlicheres als mal wieder einen schönen Familienausflug zu unternehmen wie letzten Sommer. Etwas Neues zu sehen, essen zu gehen und Spaß zu haben.

Schliersee Budget Schuldentilgung Schuldenfreiheit
Unsere Töchter am wunderschönen Schliersee

Vorschau auf die nächsten drei Monate

Den Backofen haben wir jetzt erst einmal hinten angestellt. Ja, er erreicht nicht mehr die eingestellte Temperatur und muss (demnächst) ersetzt werden. Aber ich will keine halbherzige Entscheidung fällen und einen Ofen aussuchen der mir bis zu seinem Lebensende Freude bereitet. Momentan sehnt sich mein Herz eher nach einem gefüllten Sparbuch.

Wir hoffen auf einen ruhigen Februar. Im März steht dann der TÜV an (eigentlich im Mai, mehr dazu hier, warum wir ihn vorziehen). Wenn die Coronazahlen (hoffentlich) bis dahin herunter gehen, werden wir bei unserem TÜV-Abenteuer vom ZDF begleitet. Ich würde mich freuen, dass nette Team endlich wieder zu sehen. Das wäre unser erstes Zusammentreffen seit der Schuldenfreiheit. Falls Reparaturen durch geführt werden müssen, hoffen wir, diese selbst stemmen zu können. Beim letzten TÜV, damals noch mit unserem fast zwanzig Jahre alten Mazda, haben wir alles bis auf das Schweißen selbst repariert (dank Foren und YouTube).

Schuldenfreiheit
Unser alter Mazda (der uns fast bis zur Schuldenfreiheit begleitet hat)

Wie war dein Start in 2021?

Bild: Canva

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