7 Dinge die wir auf unserem Weg aus den Schulden gelernt haben

Die endgültige Tilgung unserer Schulden ist zum Greifen nah! Fünf lange, harte Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Wir haben inzwischen das ein oder andere graue Haar (auch wenn mein Mann sagt, die Mädchen wären daran schuld) und sind um einiges weiser. Man könnte auch sagen, für diese Weisheit haben wir teuer bezahlt. Hier sind sieben Dinge die wir in den letzten fünf Jahren auf dem Weg aus unseren Schulden gelernt haben.

1. Das Zauberwort heißt Budget

So langweilig wie es klingen mag, ohne unser Haushaltsbudget wären wir nicht hier, wo wir jetzt stehen. Wenn ihr noch keines habt, könnt ihr gerne hier unsere kostenlose Vorlage nutzen. Macht euch nichts vor, wir sind nicht perfekt und uns passieren andauernd Fehler! Irgendetwas passiert jeden Monat, sei es eine Autoreparatur oder wir haben mal wieder die GEZ vergessen. Aber wir schlagen unser Budget auf und verschieben den ein oder anderen Euro in eine andere Kategorie. Und notfalls haben wir noch unsere Rücklagen aus Schritt 1. Ich glaube, in den fünf Jahren ging alles schief, was nur schief gehen konnte. Wir waren manchmal am Rande der Verzweiflung.

2. Auch Kleinvieh macht Mist

Das bezieht sich sowohl auf die Tilgungsrate, als auch unser Budget. Ich werde nie die Enttäuschung vergessen, nachdem wir Weihnachten 2014 unser ganzes Geld zusammengekratzt haben und stolz 500 Euro zur Tilgung hergenommen haben. Für uns war das verdammt viel Geld, da ich in Elternzeit war (und ist es immer noch). Wir hatten damals schon unseren Blog und ich konnte nicht abwarten unseren Fortschritt rechts am Balgen zu sehen. Und wisst ihr was? Man sah keinen Fortschritt. 500 Euro war ein Tropfen auf dem heißen Stein, angesichts unserer Schuldenhöhe. Aber ohne diese 500 Euro, oder auch mal 60 Euro, oder jeder andere Betrag wären wir heute nicht am letzten Kredit angekommen.

Und so ist es auch mit unserem Budget. Auch Kleinvieh macht Mist. Wir haben gekürzt was wir konnten und es lief nicht immer ohne Diskussionen. Wir mussten auch einsehen, dass jeder ein kleines Taschengeld benötigt, dass er ausgeben darf wie er möchte. Mein Mann sagt auch ab und zu er würde mal wieder gerne zu einem richtigen Friseur gehen, aber er sieht ein, dass das Geld besser in die Schuldentilgung gesteckt wird. 20 Euro pro Monat sind immerhin 240 Euro auf das Jahr gerechnet und dafür arbeitet man dann schon mal ein paar Tage. Also darf ich ran.

3. Es braucht eine ganze Menge Selbstvertrauen, die Tilgung der Schulden durchzuziehen

Wir haben wirklich alles gegeben und man hat es uns auch angesehen. Wir wurden aufgrund unserer Kleidung für arm gehalten (ein Mix aus H&M, C&A und NKD). Okay, vielleicht hätten wir das ein oder andere Kleidungsstück eher aussortieren sollen.

Kollegen und Freunde haben sich über unseren fast 20 Jahre alten Mazda lustig gemacht. Als wir ein neues Auto gesucht haben, hatte ein Kollege eines zum Verkauf und jeder hat sich darüber lustig gemacht, dass das Auto mit seinen acht Jahren zu jung für uns ist. Am Ende war das verrostete Auto mit seinen unzähligen Geräuschen nicht mehr zu retten und es war unserer Tochter sogar peinlich damit vom Kindergarten abgeholt zu werden. Wir haben das Auto auch gehasst! Die Klimaanlage war kaputt und wir wollten das Geld nicht in die Reparatur stecken. Im Sommer war es miserabel im Auto. Es war nicht nur heiß, sondern auch laut. Vor jeder Fahrt habe ich ein Stoßgebet gen Himmel geschickt. Aber es hat seinen Zweck gedient, und wir wussten wir werden nicht für immer Autos dieser Kategorie fahren.

Meine Familie denkt, wir können nicht mit Geld umgehen. Okay, die Studienkredite haben wir auch nicht erwähnt. Aber oh, die Blicke, wenn wir mit dem Mazda auf den Hof gefahren sind. Der Höhepunkt war meine Patin. Zum Hochzeitstag vor vielen Jahren wollte ich meinen Mann mit Karten für die Allianz Arena überraschen (auf unserer Bucketliste!). Sie ist Mitglied und besorgt für meinen Cousin (zu dieser Zeit noch Azubi und zu Hause wohnend) öfters mal Karten. Als ich sie darauf ansprach, meinte sie, wir würden uns die Karten eh nicht leisten können. Autsch! Wir zwei arbeitende und auf eigenen Füßen stehende Erwachsene können uns also keine Karten für ein Fußballspiel leisten. Ich habe es dabei belassen.

4. Wir sind niemanden Rechenschaft schuldig

Angelehnt an Nummer drei, ich habe nicht mehr das Bedürfnis meine finanziellen Entscheidungen zu rechtfertigen. Seitdem geht es uns besser. Unser Leben, unsere Entscheidungen. Wir hören uns gerne Meinungen von Experten an (auf einem Venn Diagramm überschneidet sich der Kreis der Experten und der Kreis mit meiner Familie übrigens nicht). Aber wir sind erwachsen. Wir haben uns in den Mist hineingeritten und wir haben uns herausgeschaufelt. Also so gut wie. Wenn du deine Familie erst einmal in deine Finanzen einweihst, bekommst du sie da nicht mehr raus. Wir bekommen die oder andere Frage zu unseren Finanzen bzw. der Höhe der Miete, besonders nachdem wir in das Haus gezogen sind, die wir clever umschiffen. Soll ihre Fantasie erblühen. Nichts auf die Meinung anderer zu geben, ist ein wahnsinnig befreiendes Gefühl! Probiert es aus!

5. Die Schulden definieren uns nicht (für immer)

Die Schulden definieren uns nicht. Genauso wenig, wie unsere Jobs uns definieren. Das alles ist nicht permanent, wie wir gelernt haben. Schulden sind kein Schicksal und es bricht mir das Herz, wenn Freunde sagen, sie zahlen diese halt dann die nächsten fünf oder zehn Jahre ab, als wäre es eine weitere Rechnung. Es werden Umzüge, Küchen und Autos finanziert. Eine Freundin hat den Familienurlaub in der Hoffnung auf die jährliche Bonuszahlung gebucht, die dann entfiel. Meine Freundin wurde kreidebleich. Wisst ihr wie sie sich aus der Misere gerettet hat? Ein Akt Gottes. Wir hatten einen schlimmen Hagel und ihr Autodach (das Auto wird noch abbezahlt) wurde beschädigt. Die Summe, welche die Versicherung ihr gezahlt hat, hat sie aus der Misere gerettet. Hat sie danach ihre finanziellen Entscheidungen überdacht? Nein. Ich will nicht mehr am Rande des finanziellen Wahnsinns leben.

6. Die Schulden sind erst der Anfang

Am Anfang konnten wir nur den Schuldenberg sehen. Er war gigantisch. Vor fünf Jahren haben wir es gar nicht gewagt, länger und intensiver über das danach nachzudenken. Nun sind wir gespannt, wie es sich anfühlen wird, ein Budget ohne Tilgungsraten zu schreiben. Die Freiheit zu haben unsere finanziellen und familiären Ziele zu endlich verfolgen. Die Schulden waren ein großer Ballast und waren wie eine Wand so lange vor uns. Aber je mehr wir getilgt haben, desto durchsichtiger wurde der Schleier. Es wurde heller und es kamen immer mehr Sonnenstrahlen hindurch. Wir sehen der Zukunft positiv entgegen. Wir haben noch so viele finanzielle Meilensteine vor uns, nach der Schuldentilgung. Wie bereits diesen eines positiven Reinvermögens, den wir im August erreicht haben.

Wir wollen raus aus den Schulden und frei sein. Selbst in der Bibel steht: Der Schuldner ist Sklave des Kreditgebers (Proverbs 22:7). Die letzte Handschelle fällt demnächst und dann machen wir uns Schritt für Schritt unabhängiger.

7. “Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.” Oscar Wilde

Wie oft dachte ich, das ist es jetzt. Schach matt. Es gab einige Situationen die erschienen ziemlich aussichtslos. Ich weiß noch als ich in Elternzeit mit unserer großen Tochter war. Sie war zu dem Zeitpunkt drei Monate alt, als mein Mann nach Hause kam und sagte, er hat seinen Job verloren. Er hatte es geahnt, da die neuen Kollegen die nach ihm kamen nach und nach gekündigt wurden, aber er wollte mich nicht beunruhigen und dachte nicht, dass es so schnell gehen würde. Da saß ich stillend und mir liefen die Tränen herunter. Wie sollten wir die Miete zahlen? Muss ich meine Elternzeit abbrechen? Ich war verzweifelt und es waren unschöne Wochen. Doch es ging gut aus. Mein Mann war keinen Tag arbeitslos. Er bekam einen neuen Job, der nahtlos zum alten Job weiterging mit einem dicken Gehaltsplus.

Und ja, das haben wir in diesem Jahr wieder durchgemacht. Es war wie bereits 2014, keine angenehme Zeit und wir kämpfen uns immer noch durch das Chaos der Insolvenz des früheren Arbeitgebers, aber mein Mann fand einen neuen Job, wieder mit einem Gehaltsplus und besseren Leistungen.

Nach dunklen Zeiten, wie zum Beispiel die Fehlgeburt unseres Sohnes, kamen auch wieder bessere Zeiten wie der langersehnte Umzug. Und dann wieder dunklere Zeiten, als mein Mann seinen Job verloren hat. Aber dann kommt auch wieder so langsam ein Regenbogen. Diese harten Zeiten machen uns zu dem, was wir heute sind. Wie Elton John singt: I’m still standing!

Welche Lektionen habt ihr teuer bezahlt?

Foto: Canva

WERBUNG WG. AMAZON AFFILIATE LINKS, VERLINKUNGEN UND MARKENNENNUNGEN.

 *DIESER BEITRAG ENTHÄLT AFFILIATE LINKS FÜR AMAZON.DE. EUCH ENTSTEHEN KEINE ZUSÄTZLICHEN KOSTEN, UND IHR UNTERSTÜTZT GLEICHZEITIG UNSEREN BLOG. VIELEN HERZLICHEN DANK!