Unsere Ausgaben im November- eine Beichte

Hier unser Rückblick auf November: Der November war hart. Wir hatten absichtlich kein Budget nach der Fehlgeburt unseres Sohnes Ende Oktober erstellt. Mein Herz ist zerbrochen und meine Welt ist gefühlt eingebrochen. Dazu kam noch der Wiedereinstieg nach der Elternzeit von unserer Tochter.

Kleidung

Während der Operation bekam, ich eine Spritze verabreicht damit sich er Uterus wieder zurückbildet. Innerhalb von einer Woche sind meine Umstandskleidung mir zu groß geworden. Es war schlimm. Ich habe mich im eigenen Körper fremd gefühlt. Meine gesamte Wintergarderobe war bereits Umstandsmode. Das heißt ich habe eine gesamte Garderobe noch einmal kaufen müssen – Mantel, Jacke, Unterwäsche, BHs (ich habe mich in einem Fachgeschäft ausmessen lassen von zwei sehr einfühlsamen Damen, da ich bereits einen Fehlkauf hinter mir hatte), Pullover, Tasche, Jeans, Hosen und Schuhe (meine Stiefel waren kaputt und ich bin tatsächlich mit kaputten Schuhen im Büro gewesen, und habe das nicht gemerkt, wie ihr auf Instagram sehen konntet). Ich stand in der Umkleide überfordert und wusste nicht einmal wie ich mich überhaupt kleiden möchte. Ein weiteres Paar Schuhe benötige ich noch.

Essen

Wir sind normalerweise ziemlich gut in unserem Budget und kochen zu Hause. Die Schuldentilgung und unser Budget standen immer oben auf unserer Prioritätenliste. Im November nicht. Ich kann nicht zu Hause sein. Ich fühle mich seit dem Brand hier schon nicht mehr wohl und letzte Woche hat uns jemand noch etwas in den Kinderwagen geschüttet bevor wir zum St. Martinsumzug gegangen sind. Wir essen nicht in teuren Restaurants, aber unterwegs ist es halt trotzdem nicht so günstig wie zu Hause. Aber mir fällt hier die Decke auf den Kopf. Also sind wir unterwegs.

Sprit

Und da kommen wir schon zum nächsten Punkt. Wir waren unterwegs und sind es noch. Wir haben ganz schön viele Kilometer zurückgelegt um unseren Sohn in unserem Familiengrab beizusetzen. Dann waren wir wenige Tage später an Allerheiligen noch einmal an seinem Grab. Wie gesagt, in der Wohnung kann ich momentan nicht sein. Wir suchen momentan nach einem neuen Zuhause. Wir wollten die Suche noch aufschieben, bis wir schuldenfrei sind, aber ich fühle mich hier nicht mehr sicher.

Grabgebühren

Für die Beisetzung der Bio-Urne (ein Geschenk meines Onkels und meiner Tante die uns zur Seite standen) im bestehenden Familiengrab, wollte die Gemeinde im November noch 206 Euro. Bezahlt und abgehackt.

Standesamt

Die Stadt München hat unseren Sohn beurkundet. Auch Geburten unter 500 Gramm kann man beurkunden lassen. So haben wir zumindest etwas in der Hand zur Erinnerung. Kosten: 12 Euro (plus horrende Parkgebühren).

Sonstiges

Für die Bestattung haben wir noch einige Dinge gekauft und mit in die Urne gelegt, wie diesen kleinen Teddybären, ein kleines Kissen und einen Abschiedsbrief. Des Weiteren hatten wir Ausgaben für ein Dankeschön an den Herrn von der Kirche. Blumen für unsere Helfer, Blumen für die Bestattung, Essen unterwegs und einiges mehr.

Es hätte echt noch schlimmer ausschauen können

Die letzten Wochen waren für mich ein innerlicher Überlebenskampf. Ich konnte und wollte nicht im Haus sein. Also sind wir raus. Wir sind hingegangen, wo etwas geboten war wie z.B. die Familienmesse. Und dort habe ich mich verliebt: In einen Thermomix. Die nette Dame hat uns alles erklärt und gefüttert (unsere Große hat sie mit Krokant angefüttert und sie will jetzt auch unbedingt einen Thermomix). Mein Mann stand verständnisvoll und kopfschüttelnd ein paar Meter weg. Er hätte mich den Thermomix ehrlich gesagt kaufen lassen. Ich wusste es wäre nur ein Projekt zur Ablenkung um die Schmerzen (temporär) zu stillen. Es war hart wegzugehen, aber die richtige Entscheidung da noch einige Rechnung offen wäre wie z. B. die Grabgebühren. Versteht mich nicht falsch, ich will jetzt wirklich den Thermomix. Die Große und ich schauen schon YouTube Videos und suchen nach Rezeptideen. Aber mein Verstand sagt auch, ich muss warten bis wir umgezogen und schuldenfrei sind.

Die nächsten Schritte

Im Dezember wollen wir wieder nach unserem Budget leben. Ob wir Schulden tilgen oder das Geld für den Umzug beiseitelegen (oder beides) ist noch offen. Wir haben unsere Unterlagen zusammen gestellt und warten auf unsere Schufa. Wir wollen nur noch raus hier. Im Frühjahr hatte ich eine Vorahnung, dass etwas ansteht. Dann kam der Brand. Dann die Fehlgeburt. Ich hoffe, das Unheil zieht nun weiter. Wir benötigen Veränderung. Es waren nun fünf harte Jahre. Aber 2019 übertrumpft alles. 2019 war bisher das schlimmste Jahr meines Lebens. Ich freue mich nun auf Weihnachten, Zeit mit meiner Familie und einen Neustart, wenn auch noch nicht schuldenfrei, in ein Jahrzehnt voller neuer Möglichkeiten und positiven Veränderungen. Schuldenfreiheit ist immer noch oben auf unserer Prioritätenliste. Aber momentan nicht Nummer 1. In erster Linie will ich schuldenfrei sein, damit wir Geld haben für unsere Zukunft und ganz vielen Momente mit unseren Töchtern.

Bild: Canva

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