Einblicke in unsere Familie

Heute gibt es einige Einblicke in unsere Familie. Wenn ihr euch schon einmal gefragt habt, wie wir so ticken, dann gibt es heute einige Antworten.

Die Minimalisten

Leute wie die Minimalisten sind toll! Sie leben mit dem Notwendigsten und fühlen sich von der Gesellschaft nicht genötigt ständig das Beste und das Neueste zu haben. Damit können wir uns auch bis zu einem gewissen Grad identifizieren. Allerdings fallen wir nicht in diese Kategorie. Ja, ich mag keine unnötigen Sachen im Haus. Die liebsten Geschenke sind diese die ich abnutzen und wegschmeißen kann (Essen, Kosmetik und Kerzen passen immer). Aber wir sind eine ganz normale Familie mit einem Haufen Spielsachen (obwohl es nur Spielsachen zu Weihnachten und Geburtstag gibt) und einer ganz normalen (manchmal auch Secondhand) Einrichtung. Wir leben weder minimalistisch noch im materiellen Überfluss.

Vor zwei Jahren habe ich das Buch von Marie Kondo gelesen und absolut ausgemistet was überflüssig war. Das behalte ich auch heute noch bei, auch wenn die Mengen an Kinderkleidung und Sachen wie Fahrrädern immer mehr Raum einnehmen (was noch gut in Schuss ist wird aufgehoben für Tochter Nummer 2). Was kaputt ist wird recycelt, was wir nicht mehr benötigen (wie zum Beispiel die Futternäpfe unseres Hundes), geben wir weiter an Freunde und Familie oder stellen es in den Kleinanzeigen ein. Bücher kaufe ich nach wie vor in Papierform (ich finde sie angenehmer für meine Augen), Filme streamen wir. Eines meiner Ziele für dieses Jahr ist es einige unserer Ordner (z.B. Gehaltsabrechnungen der letzten Jahre) zu digitalisieren. Je weniger herumsteht, desto weniger muss ich putzen, oder etwa nicht?

Auch wir mögen schöne Dinge

Es muss nicht das Teuerste und das Neueste sein. Wie ihr auf Instagram gesehen habt, liegt im Kinderzimmer der Teppich, den ich als Kind bereits von meiner Oma bekommen habe. Auch unsere Schreibtischstühle haben wir in den Kleinanzeigen ergattert für lau! Der Hochstuhl unserer Tochter haben wir ebenfalls umsonst aus den Kleinanzeigen. Er ist gut in Schuss und man sieht es dem Hochstuhl nicht an, dass er umsonst abgegeben wurde. Jedoch ist unser Zuhause unser Wohlfühlort. Auch wenn es umsonst oder günstig ist, legen wir Wert darauf, dass unser Zuhause sauber und geordnet ist. Es sollte schon alles zusammen passen und unserem Einrichtungsstil entsprechen.

Da steht der ein oder andere Wunsch halt mal ein paar Jahre auf der Liste – wie der größere Esstisch samt Stühlen und Essbank. Das wird irgendwann mal im Budget stehen, oder wir finden es auch in den Kleinanzeigen. Wir haben momentan drei Stühle und sind daher nicht gerade für Besuch ausgerüstet (außer sie setzen sich auf das große Sofa). Aber die Schuldenfreiheit hat immer noch eine höhere Priorität. Wir sagen nicht nie, sondern später.

Auch wir haben teure Wünsche

Hätte ich ein unbegrenztes Budget und keine Schulden, würde ich mir erst einmal die Augen Lasern lassen (was ist das für ein Gefühl früh aufzustehen und sofort alles sehen zu können?). Und meine Garderobe würde ich gerne auch aufpeppen (meine Jeans ist von NKD, Pullover von H&M, Anzughosen für die Arbeit von C&A, Schuhe von Deichmann, Unterwäsche u.a. von Aldi). Übrigens ist alles miteinander kombinierbar. Es müssen nicht unbedingt teurere Marken sein, aber ein bisschen mehr Auswahl im Schrank würde mich freuen. Als ich im November dienstlich auf die Zugspitze musste, habe ich mir zum ersten Mal Thermounterwäsche gegönnt. Für andere (zumindest hier wo ich wohne) ist das so normal, wie die Unterhose im Schrank. Wir haben aber solange wirklich nur das Nötigste gekauft, dass es sich wie purer Luxus angefühlt hat Thermounterwäsche für 14,99 Euro zu kaufen.

Ein Haus! Das ist unser nächster Wunsch nach der Schuldenfreiheit. Wir sind glücklich, wo wir gerade leben, aber auch realistisch. Uns ist bewusst, dass wir diese Miete eines Tages nicht mit der gesetzlichen Rente stemmen können. Wir hoffen, dass wir bis zur Rente ein Eigenheim abgezahlt haben. Es ist egal, ob es ein Neubau oder Altbau ist. Es soll einfach unser Eigentum sein. Die Erde unter unseren Füßen soll unsere sein. Dieser Traum hat uns die letzten Jahre immer wieder motiviert. Wie wir ihn verwirklichen? Ich weiß es nicht. Reihenhäuser in unserer Gemeinde kosten 800.000 Euro. Wir verdienen nicht schlecht, aber das ist nicht in unserem derzeitigen Budget. Wo und wann wir den Traum verwirklichen steht also in den Sternen. Wir hoffen, jedoch innerhalb der nächsten vier Jahre wird er Realität.

Ich glaube, ein Eigenheim ist einfach ein Grundbedürfnis für viele Menschen und wir sind da nicht ausgeschlossen. Wenn wir unseren Wunsch innerhalb unserer Familie jedoch äußern, werden wir gerne belächelt. Warum? Ich habe keine Ahnung! Vielleicht nimmt unsere Familie an, dass wir am Hungertuch nagen, weil wir ältere Autos fahren. Mein Cousin meinte an Weihnachten, bloß weil ich nicht Vollzeit arbeite während der Elternzeit, dass ich automatisch nur 450 Euro verdiene. Ich habe die Augen verdreht und habe mich anderen Familienmitgliedern zugewandt. Irgendwie ist mir meine Zeit zu schade für solche Diskussionen.

Hat es mir etwas ausgemacht eine fast 20 Jahre altes Auto zu fahren. Nein! Zumindest bis zu dem Zeitpunkt an dem es angefangen hat zu quietschen und die Leute sich auf der Straße nach uns umgesehen haben. Zu dem Zeitpunkt war sowieso Hopfen und Malz verloren und das Auto hat endgültig seinen Geist aufgegeben. Witze auf der Arbeit konnte ich wegstecken und sogar mit lachen. Es war ja nicht so, dass ich das Auto bis zum Sankt Nimmerleinstag fahren würde. Natürlich hätte ich gerne ein schönes Auto und das habe ich nun. Es ist zehn Jahre alt und die Klimaanlage funktioniert. Ich fühle mich in meinem Astra wie eine Herzogin (ich würde Königin sagen, aber die hätte einen Chauffeur und ich muss selbst fahren).

Wir genießen das Leben

Wir wollen unseren Mädchen, die Erfahrungen ermöglichen, die wir selbst nicht hatten. Natürlich wägen wir die Kosten ab. Zum Reiten haben wir nein gesagt. Ballett können wir uns leisten (knapp über 30 Euro/Monat plus ein Paar Schuhe, Kleid und Strumpfhosen pro Jahr für zusammen ca. 50 Euro). Aus der musikalischen Früherziehung haben wir sie herausgenommen (29 Euro/Monat) und stattdessen in den Flötenkurs unserer Kirchengemeinde eingeschrieben (100 Euro einmalig).

Wir unternehmen viele kostenlose Sachen und ab und zu bekomme ich auch Tickets über meinen Arbeitgeber für Messen oder Sportveranstaltungen. Wir haben in der Nähe einen Abenteuerspielplatz, welcher umsonst ist und letztes Jahr konntet ihr ja sehen, dass wir den Familienpass der Stadt München genutzt haben um u.a. vergünstigt in das Maislabyrinth oder ins Deutsche Museum gekommen sind (die Unternehmungen sind noch in den Instagram Storys unter Ausflüge gespeichert sowie die Preise die wir gezahlt haben). Es mag für den ein oder anderen nach viel aussehen, aber wir zahlen selten den vollen Preis.

Was ich sehr vermisse, sind Biergartenbesuche im Sommer. Die sind in den letzten Jahren definitiv zu kurz gekommen. Ich kann die Besuche der letzten Jahre an einer Hand abzählen. Wenn wir schuldenfrei sind, möchte ich nach Feierabend spontan einfach mal wieder öfter in den Biergarten. Für andere ist das so normal wie Zähneputzen, aber bei uns war es leider nicht so häufig im Budget. Einfach ein kühles Maß Spezi unter einer Kastanie trinken und eine Brotzeitplatte mit der Familie teilen. Das Paradies auf Erden!

So jetzt werdet ihr den Kopf schütteln und dieser Punkt wird sich wohl nicht erfüllen (außer ich finde einen Hack dafür). Wir waren im Herbst auf einer Messe und uns wurde der Thermomix vorgeführt. Mein Mann hat den Kopf geschüttelt, unsere Große und ich waren Feuer und Flamme. Die Dame hat uns schließlich (unter anderem) Krokant gegeben. Aber knapp über 1.000 Euro für ein Küchengerät ist verdammt viel Geld für uns (und wahrscheinlich für viele von euch). Meine Schwägerin schwört auf den Thermomix. Ja, ich hätte ihn auch gerne, aber ich habe Angst, dass mich das Geld später reut. Wie gesagt, vielleicht gewinne ich ihn oder es passiert ein sonstiges Wunder. Ich glaube ja an Wunder. Außerdem liebe ich automatisierte Geräte ja über alles. Wie gerne hätte ich ja zumindest einen Saugroboter, um zumindest die Schnipsel die meine bastelwütige Tochter überall hinterlässt, täglich aufzusaugen. Aber das sind alles Träume für die Zukunft, wenn wir erstens schuldenfrei sind, und zweitens ein höheres Einkommen haben. Wie gesagt, ich sage nicht nie, aber vielleicht später.

Was ich damit sagen will

Wir haben jetzt fünf Jahre streng jeden Monat unser Budget geschrieben und wir sind jeden Monat an irgendeinem Posten auf die Nase gefallen, und ja wir haben auch einen Riesenfortschritt gemacht. Aber auch wir haben Wünsche (egal ob sich diese erfüllen oder einfach nur ein Fluke sind) die der ein oder andere für unmöglich halten. Wir sind weder Minimalisten, noch shoppingsüchtig. Wir schätzen einfach den Wert jedes Euros, den wir hart arbeiten und setzen unsere Prioritäten. Aber wo wäre unsere Motivation und die Lust am Leben wenn wir nur noch das Nötigste kaufen, nach unserer Schuldenfreiheit? Wo wäre die Lust am Leben, wenn wir jeden Cent sparen und dafür auf Urlaub, Biergartenbesuche und das ein oder andere Spielzeug verzichten? Ich glaube, nicht dass dies der Sinn des Lebens wäre. Ich glaube, ich würde es auf dem Sterbebett bedauern, dass ich nur noch das Finanzielle im Auge hatte und die Lust am Leben vergessen habe. Erlebnisse und Erinnerungen kann man mit Geld nicht aufwiegen.

Ich glaube, die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir zurückstecken können und ich bin der festen Überzeugung das wir nach der endgültigen Schuldentilgung ein gesundes Mittelmaß finden werden: Zwischen Spaß und Erlebnisse auf de einen Seite und der Verantwortung für unsere Zukunft auf der anderen Seite.

Bild: Canva

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