Halbzeit 2020

Die Hälfte von 2020 liegt hinter uns – Halbzeit! Normalerweise läuft es für den einen gut, der andere hat seine Herausforderungen, aber dieses Jahr stecken wir alle zusammen in diesem Wahnsinn. Es gibt Tage, da schüttele ich nur den Kopf und sehne mich nach Normalität, die ja so langsam wieder Einzug hält. Dann denke ich an Weihnachten und Silvester und wie wir alle gemütlich unterm Baum sitzen und anstoßen, dass wir dieses verrückte Jahr überlebt haben. Und mit überlebt meine ich, wir haben noch Essen auf dem Tisch und ein Dach über den Kopf. Auch Covid-19 wird vorüber gehen. Versprochen!

Was bisher geschah

2020 – ohne Worte. Wir dachten wir haben hier im Haus einen Neustart nach dem desaströsen letzten Jahr. Und dann Boom, der Arbeitgeber meines Mannes ist insolvent. Von Neuanfang in den Überlebensmodus: Unnötige Ausgaben haben wir noch einmal überdacht und den Gürtel enger geschnallt (auch wenn es nach dem Umzug wirklich schwer viel, da an allen Ecken und Kanten noch Sachen fehlten). Dann starb auch noch mein Onkel und ich habe geerbt: Weitere Schulden und die auszuschlagen war eine Herausforderung da das Amtsgericht keine Besuche mehr zuliess.

Ende Februar dann ein kurzes Aufatmen. Mein Mann hat einen neuen Job gefunden und dieser ist sogar noch besser bezahlt als der vorherige. Wir lagen uns in den Armen und dachten, wir können nun wieder mit der Schuldentilgung weiter machen. Am zweiten Arbeitstag wurde er heimgeschickt, da Corona nun endgültig in Deutschland angekommen war. Wenigstens hat er seine Stelle behalten und bis Ende Juni ausschließlich im Home Office gearbeitet.

Es war eine Herausforderung. Zehn Wochen waren die Kinder zuhause und ich bin seitdem auch in Kurzarbeit. Es war keine leichte Zeit und wir haben wirklich das Beste versucht daraus zu machen. Wir haben gebastelt und einen Webrahmen gebaut, unzählige Vorschulübungsbücher durch gearbeitet, mit Kreide gemalt, Geburtstag gefeiert, aber es war nach ein paar Wochen einfach öde. Keine sozialen Kontakte, kein Spielplatz, keine Ausflüge und ich habe meinen Vater vermisst. Und dann war es draußen auch noch nass und kalt. Ja, ich weiß meckern auf hohem Niveau. Ich war und bin dankbar, dass wir im Dezember umgezogen sind. Ich weiß nicht, wie mein Mann arbeiten hätte können, wenn die Kinder nur eins, zwei Meter weg spielen. Der Umzug kam wirklich zur rechten Zeit. Ich habe auch oft an Kinder in den Hochhäusern der Städte gedacht, die weder auf den Spielplatz können, oder noch nicht einmal einen Balkon haben. Diese Gedanken haben mir das Herz gebrochen.

Finanzieller Rückblick

Es war eine Katastrophe. Als die Insolvenz im Januar verkündet wurde, wurde den Mitarbeitern gleichzeitig mitgeteilt, dass sie Ende Januar nicht mehr bezahlt werden. Das heißt wir hatten Ende Januar bis Ende März nur mein Gehalt, welches gerade so die Miete gedeckt hatte. Das Insolvenzgeld sollte laut Verwalter einspringen. Und wisst ihr wann wir es erhalten haben? Mitte Mai! Deshalb sind Rücklagen so wichtig. Und ja, die hatten wir nicht mehr nach dem Umzug und den Rechnungen Ende Januar.

Ich weiß nicht, ob ich von Glück reden soll, dass die Insolvenz am Anfang des Jahres verkündet wurde. Immerhin hat man noch ab und zu (zu sehr begrenzten Zeiten) jemanden von der Agentur für Arbeit an den Apparat bekommen (was mehr oder weniger hilfreich war). Mein Mann hat seinen neuen Arbeitsvertrag noch vor der Krise unterschrieben. Eins, zwei Wochen später hat es nämlich schon anders ausgesehen und in vielen Firmen herrscht seitdem Einstellungsstop.

Übrigens, falls du auch gerade deinen Job verloren hast, kannst du hier unsere Tipps durchlesen und welche Schritte wir unternommen haben, nachdem die Insolvenz verkündet wurde.

Meine persönlichen Ziele für 2020

Oh, wie waren wir doch naive am Jahresanfang! Das Jahr wird phänomenal! Wir werden schuldenfrei, genießen unser neues Zuhause, fahren in den Urlaub, die Mädchen bekommen ihre Kinderzimmer fertig eingerichtet und wir fangen mit Schritt 3 an. Sonnenschein und Regenbogen haben wir erwartet. Es konnte ja 2020 nicht so weitergehen wie 2019, stimmt’s? Wir haben uns gesagt, jeder Sturm verliert an Regen. Und dann kam ein Hurrikan.

Wir haben die Erwartungen so was von herunter geschraubt! Wir horten das Geld statt die Schulden fertig zu tilgen. Den 13. Kredit konnten wir dank einer Finanzspritze abzahlen. Und das hat sich auch saugut angefühlt. Und ja, ich muss sagen ab und zu will ich nach dieser langen Zeit zuhause auch raus und mal wieder einkaufen gehen (immerhin hab ich mir neue Hausschuhe von Aldi für 6,99 Euro gegönnt, wie ihr auf Instagram sehen konntet).

Die Zimmer der Mädchen machen Fortschritt. Wir müssen im Obergeschoss noch Fußleisten kaufen und anbringen. Eingerichtet sind sie soweit. Es fehlen jedoch noch die Türen zu den Kleiderschränken. Klar, man kann ohne leben, aber unsere 1-Jährige zieht schon mal gerne die Kleidung heraus und kreiert neue Outfits. Diese Mama ist also genervt. Die Große wollte zum Schulanfang einen Schreibtisch und einen Drehstuhl. Das haben wir während der Ausgangssperre sogar hin bekommen. Der Drehstuhl war umsonst (wir haben ihn noch mal lackiert) und den Schreibtisch haben wir für 40 Euro bekommen, statt neu für 100 Euro. Wir konnten ihr also den Wunsch für 40 Euro insgesamt erfüllen und das geht in Ordnung. Nach dem die beiden ein kleines, dunkles Zimmer in der alten Wohnung teilen mußten, bin ich glücklich das sie jetzt Zimmer zum wohlfühlen haben und die Große lädt nun auch gerne Freunde ein.

Schreibtisch Drehstuhl
Der gebrauchte Schreibtisch und der lackierte Drehstuhl für unser baldiges Schulkind

Ansonsten habe ich noch vor Weihnachten ein paar Kurse auf Udemy gekauft im Sale für 9,99 Euro. Diese wollte ich dieses Jahr abschließen. Ich bin noch nicht dazu gekommen. Mir fehlt es einfach an Motivation. Gebt mir Motivation!

Die nächsten sechs Monate

Vom Rückspiegel schauen wir jetzt durch die Frontscheibe. Bis zum Jahresende wollen wir den 14. Kredit getilgt haben! Schuldenfreiheit! Inoffiziell ist unser Ziel Ende September. Bis dahin hat die US-Regierung die Zinsen auf unsere Studienkredite ausgesetzt und mein Mann hat dann auch die Probezeit hinter sich gebracht. Ich kann es kaum abwarten, dass dieses Damoklesschwert über uns verschwindet. Schulden sind erdrückend. Ich wer das nicht erfahren hat, kann sich kaum diese Last auf der Seele vorstellen. Es wird ein neues Lebensgefühl und ich hoffe es geht alles glatt.

Aber es sind nicht nur die Schulden die wir los werden möchten, es gibt noch weitere Änderungen. Unsere Große kommt in die Schule. Oh Gott, wenn ich daran denke, kommen mir die Tränen. Wo ist die Zeit hin? Ich will die Zeit einfach nur noch anhalten und die Zeit mit meinem Baby (sie wird immer mein Baby bleiben!) genießen. Die letzten Jahre haben wir immer in die Zukunft gesehen mit dem Ziel der kompletten Schuldenfreiheit. Es ist ein Zwiespalt zwischen Vorfreude auf die Zukunft und die Kindheit unserer Kinder. Ich bin froh, wenn wir die Schulden bald hinter uns haben und mehr Geld für Unternehmungen und Reisen mit unseren Kindern haben.

Eine zweite Welle

Wir fühlen uns weiterhin wie auf Kohlen. Was passiert mit unseren Finanzen (und Gesundheit) sollte eine zweite Welle Covid-19 kommen? Mein Mann arbeitet am Online-Store seines Arbeitgebers, daher durfte er bisher weiter arbeiten. Wenn alles schließen muss, nimmt der Onlinestore zumindest weiterhin Geld ein.

Ich bin dagegen nun zuhause in Kurzarbeit. Es war eine Umstellung, aber inzwischen genieße ich die Zeit mit meinen Kindern und ich es motiviert gleichzeitig ungemein unser Ziel die finanzielle Freiheit weit vor 65 zu erreichen. Realistisch, werde ich die nächsten Jahre weiterhin arbeiten müssen, aber ich hoffe ich bin weit vor 65 im Ruhestand und kann dann auf meine Enkel eines Tages aufpassen und unsere Töchter unterstützen (und natürlich meine Enkel verwöhnen!)

Da mein Mann zur Risikogruppe gehört, sind wir weiterhin vorsichtig. Ich nutze Coupons (schaut gerne auf Instagram in den Stories unter Spartipps vorbei) und wir haben immer einen guten Vorrat an Drogerieartikeln und trockenen Lebensmittel im Keller. Frische Lebensmittel lassen wir uns einmal pro Woche liefern. Das spart auch Zeit und nerven. Wir versuchen Menschenmassen zu vermeiden und halten weiterhin zwei Meter Abstand. Aber auch wir brauchen soziale Kontakte und es ist schön mehr und mehr rauszugehen.

Welche Ziele möchtet ihr bis zum Jahresende erreichen?

Bild: Canva

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