Ein Hoch auf den Notgroschen

Es hat gebrannt

Wie einige von euch es auf unserem Instagram mitbekommen haben, hat es bei uns gebrannt. Ich habe mit meinen Töchtern gespielt, als es an der Tür klingelte. Als ich noch nicht ganz an der Tür war, hat es auch noch geklopft. Ich habe geöffnet und mein Nachbar hat geschrien: “Es brennt!” Ein zweiter Nachbar schreit: “Es brennt!” Ich habe sofort den Rauch eingeatmet. Mein Nachbar hat meine Große gepackt und ist aus dem Haus gerannt. Ich habe die Kleine genommen, meine Schuhe in die Hand und meine Handtasche mit Schlüssel die neben der Tür lag. Für eine Sekunde habe ich noch gedacht: Was ist noch wichtig? Es war nichts wichtig. In diesem Moment habe ich weder an Laptop, noch an Bilder oder ob die Fenster noch offen sind gedacht. Ich habe die Tür zugezogen und bin gerannt.

Vor unserem Haus ist ein großer Rasen und die anderen Nachbarn haben sich bereits versammelt. Ich habe erst einmal meine Schuhe angezogen. Dann habe ich durch geatmet. Der erste Löschzug stand schon vor dem Haus und der Rauch stieg in die Luft. Ich habe gezittert. Der nächste Gedanke war: Hab ich überhaupt eine Hose an? Ja! (Glück gehabt! Es ist Sommer und ich mag es gemütlich! Jetzt ist mein Geheimnis raus.) Nach ein paar weiteren Atemzügen habe ich meinen Mann angerufen, der noch auf der Arbeit war. Es kamen noch weitere Löschzüge, First Responder und die Polizei. Für unsere Kinder und die Nachbarskinder war das natürlich spannend. Ich hatte Gänsehaut und habe gezittert.

Der Notgroschen beruhigt

Ich habe meine Töchter umarmt und gewusst alles ist gut. Wir haben einen Notgroschen! Wir hätten sofort ins nächste Hotel gekonnt. Das hat mich noch einmal unglaublich beruhigt. Ich wusste wir müssen uns heute Abend nicht sorgen, wo wir schlafen werden. Das war ein unglaubliches Gefühl. Friedlich. Und beruhigend.

Wir saßen vor dem Haus für mehrere Stunden. Nachbarn haben sich unterhalten und ich habe beim Bäcker für die Nachbarskinder Brezn gekauft, da es mittlerweile Zeit für ein Abendbrot war. Die Kinder haben sich gefreut und miteinander gespielt.

Unser Budget wurde zur Nebensache

Die Feuerwehr ging mittlerweile von Wohnung zu Wohnung und hat Messungen unternommen. In dem Moment musste ich über mich selbst schmunzeln, weil ich froh war am Morgen geputzt zu haben. Einige Wohnungen mussten aufgebrochen werden. Kurz vor 21 Uhr durften wir wieder in unsere Wohnung. Der Hausflur hat gestunken und auch unsere Wohnung hat nach Rauch gerochen, wenn auch weitaus weniger als im Flur. Die Scherben des Rauchmelders waren noch auf dem Boden vor unserer Tür. Wir haben die Fenster aufgerissen, die Kinder hatten noch Hunger und wir wollten den beißenden Rauch nicht mehr riechen. Irgendwo ging noch ein Alarm. Im Hausflur ging Polizei und Feuerwehr ein und aus.

Wir wollten nur noch weg. Wir haben die Fenster gekippt und die Kinder gepackt und sind essen gegangen. Wie gesagt, absolute Ausnahmesituation. Für die zwei Mädels war es aufregend. Unsere Große hat erst mal einen Cocktail (Ananasschorle) und Pommes bestellt. War der Restaurantbesuch geplant? Natürlich nicht. Und es war vollkommen egal! Manchmal muss man das Budget mal Budget sein lassen. 37 Euro haben unsere Mägen gefüllt und Nerven halbwegs beruhigt. Zu Hause haben wir die Kinder ins Bett gebracht und eine Flasche Wein geöffnet die wir letzte Weihnachten geschenkt bekommen haben.

Wie geht es jetzt weiter?

Gute Frage. Die habe ich mir am nächsten Tag auch gestellt. Das Feuer brach im Keller aus. Ich habe mit meinem Vater gesprochen, dass unsere Große traurig ist, dass sie jetzt Sommerferien hat und nicht an ihr Fahrrad kommt. Das steht im Keller. Als wir wieder in die Wohnung durfte, hat der Polizist zu uns gesagt, wir dürfen erst einmal nicht in den Keller und dieser wird versiegelt. Sommerferien ohne Fahrrad – die Katastrophe, wenn man 5 Jahre alt ist. Dann kam mir das im Keller auch unsere Möbel lagern. Und unsere Kleidung, Schuhe, Weihnachtsdekoration, Küchenartikel, etc.

Mein Vater meinte, die Möbel werden wir entsorgen müssen. Daraufhin habe ich recherchiert und unsere Hausratsversicherung angeschrieben mit dem Hinweis, dass wir den Keller mit unserem Hab und Gut noch nicht betreten dürfen. Aber es müssen Fristen eingehalten werden. Also sind wir lieber auf der sicheren Seite. Was jetzt noch auf uns zu kommt, kann ich nicht einmal abschätzen. Ich hoffe, dass der Geruch sich bald verzieht, den er macht mich paranoid.

Vor einiger Zeit haben wir eine Wunschliste erstellt mit Sachen die wir uns leisten möchten, wenn wir schuldenfrei sind. Neuer Punkt: Ein feuerfester Safe für unsere Dokumente wie Geburtsurkunden, Testament, Pässe sowie Zeugnisse.

Wann hat euch euer Notgroschen beruhigt?

Bild: Canva

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