Jobverlust!? Das sind deine ersten Schritte!

Das neue Jahr 2020 fängt so turbulent an im Hause Heller-Pfennig, wie das letzte Jahr aufgehört hat. Nach der Fehlgeburt und den überraschenden Umzug, hofften wir, dass im neuen Jahr Ruhe einkehrt. Pustekuchen! Die letzten Wochen fühlten wir uns wie in mitten eines Wirtschaftskrimis. Hollywood hätte das Drehbuch nicht spannender schreiben können.

Wir stehen also mitten im Wirbelsturm, im Auge des Hurrikans. Meinem Mann droht der Jobverlust. Und wir sind gelassen. Wir haben keine Angst. Sind wir nervös? Ein wenig. Veränderungen sehen wir eigentlich immer positiv. Das Leben steht nicht still und Veränderungen sind nicht aufzuhalten. Ob man möchte oder nicht. Warum also nicht das beste für sich und seine Familie herausholen?

In der Ruhe liegt die Kraft

Durchatmen! Du schaffst das! Panik ist eine normaler Reaktion, aber sie hilft nicht! Emotionen kosten dich nur! Glaub mir! Wir machen jetzt einen Plan und du machst nichts Dummes! Mein damaliger Geschichtslehrer, Herr Winkler hat uns zu Anfang jeder Stunde ins Heft schreiben lassen “Wissen ist Macht.” Es hat gewirkt und ich habe den Satz bis heute nicht vergessen!

Erster Schritt

Ob überraschende Insolvenz des Unternehmens, Übernahme oder Umstrukturierung. Du bist nicht der Erste, der durch einen Jobverlust durch muss. Denk an Belegschaft von Schlecker! Du wirst auch nicht der letzte sein. Jobverlust kann jeden drohen, auch wenn man in einer noch so sicheren Branche arbeitet. Da hilft auch keine gute Wirtschaftslage, wenn das Unternehmen überraschend feindlich übernommen wird und die gesamte Belegschaft gekündigt wird. Was du jetzt auf keinen Fall sofort tust, ist irgendetwas zu unterschreiben! Kenne deine Rechte! Falls du einen Betriebsrat hast, lass dir dort helfen, ansonsten zieh einen befreundeten Juristen hinzu oder such dir einen Anwalt für die Erstberatung. Auch das Arbeitsamt kann dir je nach Sachlage weiterhelfen. Unterschreibe auf keinen Fall etwas was du nicht verstehst. Im schlimmsten Fall hast du nämlich deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld erst einmal verwirkt.

Zweiter Schritt: Der Spielplan

Bis der Ball rollt bezüglich Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld und/oder auch Abfindung kann es dauern. Manchmal mahlen die Mühlen halt etwas langsam. Falls du noch kein Haushaltsbudget erstellt hast, ist es nun allerhöchste Eisenbahn. Hier ist unsere Vorlage. Setz dich mit deiner Familie zusammen und fülle sie aus. Beim ersten Mal ist es ratsam die Kontoauszüge der letzten Monate anzuschauen.

Wenn ihr, wie wir, Daves Plan verfolgt, und schon Rücklagen über 1.000 Euro wie in Schritt 1 oder höhere Rücklagen von 3 bis 6 Monaten habt, um so besser. Aber diese sind weiterhin für Notfälle gedacht und wir wollen diese jetzt erst einmal nicht anlangen. Vielleicht benötigen wir die Rücklagen ja noch später.

Die vier Wände

Die vier Wände sind das erste was bezahlt wird, sobald wir Gehalt auf dem Konto haben: Das ist die Miete oder Hypothek, dann der Strom, Geld für Lebensmittel und Geld für Transport (Karte öffentlicher Verkehr, Benzin, etc.). Wenn ihr ein warmes Zuhause und Essen im Bauch habt, habt ihr noch Energie um den nächsten Tag erfolgreich zu bestreiten. Ihr müsst mobil bleiben. Sei es um Termine auf dem Arbeitsamt wahrzunehmen oder zum Vorstellungsgespräch zu kommen. Wenn ihr diese Punkte bezahlt habt, könnt ihr die Punkte in eurem Budget der Wichtigkeit nach abarbeiten.

Unsere Empfehlung: Den Gürtel bis zum nächsten unterschriebenen Arbeitsvertrag etwas enger schnallen und die Ausgaben noch einmal übergehen. Vielleicht kann der ein oder andere Punkt ja vorübergehend pausiert werden (ja, auch Netflix).

Schritt 3: Stellt eure Unterlagen zusammen

Der Jobverlust steht an. Egal ob die Kündigung nur angekündigt ist oder bereits ausgesprochen wurde. Wir verlieren keine Zeit und bringen unsere Dokumente in Ordnung: Lebenslauf updaten, private Kontaktdaten der Kollegen aufnehmen, wenn diese als Referenzen infrage kommen, Arbeitszeugnis anfordern und Zertifikate der Weiterbildungen zusammen suchen. Die meisten Unternehmen nehmen Bewerbungen nur noch online an. Daher haben wir alle unsere Unterlagen immer eingescannt in einem Ordner auf dem Desktop liegen. Ready to go! Und bitte wählt eine vernünftige E-Mailadresse zur Kommunikation (A., wenn du das liest, dein japanischer Animéname als E-mailadresse war wirklich cool als du noch 12 warst).

Tipp

Ich habe schon einigen Familienmitgliedern und Freunden geholfen, eine neue Stelle zu finden, indem ich ihren Lebenslauf nach diesem Buch überarbeitet habe. Lasst euch vom Titel nicht abschrecken, die Vorlagen funktionieren auch für nicht-akademische Berufe. Ich habe eine 100 % Erfolgsquote (und natürlich super ausgebildete Freunde über die sich jedes Unternehmen nur freuen kann).

Wissen ist Macht

Wieder zurück zur Weisheit von Herrn Winkler. Mein Mann hat 2014 schon einmal seinen Job verloren. Wir hatten gerade unsere erste Tochter bekommen. Sie war drei Monate alt (ich war hormonell nicht zurechnungsfähig) und die Panik brach aus bei mir. Immerhin war ich in Elternzeit. Mein Mann hat es kommen sehen; nach und nach wurden alle nach Betriebszugehörigkeit gekündigt. Wir waren blauäugig und ich war nur mit unserer Tochter beschäftigt. Und wisst ihr was? Es war ein Segen!

Erst hat er natürlich noch etwas Dummes getan, nämlich den Aufhebungsvertrag unterzeichnet. Damit hat er auf seine Abfindung verzichtet und sich bereit erklärt noch zwei Monate zu arbeiten. Dumm, aber man lernt daraus. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Und man hat eine Anekdote und bringt andere Leute zum Schmunzeln. Aber deswegen schreibe ich ja hier. Damit ihr alle aus unseren Fehlern lernt und diese hoffentlich nicht wiederholt. Wenn ihr dieselben Fehler wie wir gemacht habt, dann stoßen wir jetzt an, lachen und arbeiten uns gemeinsam aus der Patsche.

Die Sache ging wie folgt aus. Wir haben sofort das Arbeitsamt angerufen, um den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu wahren. Auch hier gibt es Fristen. Setzt euch am besten umgehend mit dem Arbeitsamt in Verbindung. Nur keine Scheu! Der Herr am Telefon war äußerst nett und hat alles in die Wege geleitet. Ende vom Lied und warum der Jobverlust ein wahrer Segen war: Mein Mann hat einen neuen Job gefunden, war keinen Tag arbeitslos (es ging nahtlos vom alten in den neuen Job über), durfte im neuen Job Homeoffice machen und hatte eine Gehaltserhöhung von 12.000 Euro bekommen. Plus, die neue Stelle war näher an unserem Wohnort. Also Kopf hoch, es kann ja auch besser werden! Wie ihr wisst, ich bin Optimist und glaube an Wunder.

Was wir bis jetzt getan haben

Uns umarmt. Jobsuche ist immer stressig, vor allem da wir noch immer im Umzugsmodus stecken. Der Boden ist noch nicht einmal verlegt, wie ihr auf Instagram gesehen habt. Wir haben inne gehalten und sind unseren Plan wie oben beschrieben durchgegangen. Unser finanzielles Polster haben wir ein klein bisschen aufgepolstert. Wir haben unsere Paybackpunkte eingelöst und sie auf unser Konto überweisen lassen. Am selben Tag habe ich noch unser Programm für die Einkommenssteuer bestellt (ich nutze es schon seit Jahren und komme super damit klar). Auch wenn das Geld morgen noch nicht auf dem Konto ist, ist es Geld, das uns zufließen wird. Vielleicht ist die Jobsuche bis dahin schon vorbei, dann fließt es in die Schuldentilgung. Ihr könnt es auch direkt über Elster machen. Ich bevorzuge allerdings die Hilfestellung und die Möglichkeit die Daten aus dem Vorjahr zu übernehmen, da unsere Einkommenssteuererklärung etwas komplizierter ist dank der Studienkredite.

Ich hatte noch Punkte gut in unserem Innovationssystem auf der Arbeit und diese in Gutscheinen zum Tanken umgewandelt (Transport gehört zu den vier Wänden). Wir haben bereits im November, wie jedes Jahr die KFZ-Versicherung, im Voraus bezahlt. Wie ihr wisst, überweisen wir pro Monat 60 Euro auf ein separates Konto, damit wir die Versicherung jährlich zahlen können. Zum einen ist das günstiger, aber wenn wir jetzt auf ein Gehalt verzichten müssten, könnten wir die 60 Euro erst einmal pausieren. Unser Auto ist bezahlt, daher haben wir für den nächsten Monat unser Transportmittel erst einmal gesichert. Das ist schon einmal beruhigend.

Wenn es hart auf hart kommt:

Wenn ihr nicht wisst wie ihr eure Familie ernähren sollt und alle Anträge bereits am Laufen sind. Haben wir ein paar Tipps für euch:

  • Kirchen: Unsere Kirche gibt einmal die Woche Lebensmittel an Bedürftige aus. Ich weiß nicht, ob man dazu einen Nachweis benötigt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jemandem Essen verweigert wird, wenn man seine Situation erklärt.
  • FairTeiler: Unsere Stadt hat einen FairTeiler. Falls ihr das noch nicht kennt: Menschen können in einem öffentlich zugänglichen Raum, Lebensmittel (geschlossen) abgeben, die sie nicht mögen oder kurz vor dem Ablauf sind. Dies soll in erster Linie Essen retten, statt es wegzuwerfen. Vielleicht gibt es ja in eurem Umkreis ein ähnliches Konzept.
  • FoodSharing: Ähnlich wie der FairTeiler hat unser Ort auch eine Facebookgruppe zum Thema FoodSharing. Wer etwas hat, das er nicht mag und weiter geben will oder auch zu viel im Garten geerntet hat, lässt es von anderen Leute abholen. Die Große und ich durften vor zwei Jahren einen Eimer Äpfel pflücken und hatten einen Riesenspaß dabei. Wenn es noch keine Gruppe in deinem Ort gibt, wäre es vielleicht die Gelegenheit diese nun zu gründen.
  • Mundraub: Eine interaktive Karte zeigt dir, wo du auf öffentlichen Grund Obst, Kräuter und Nüsse ernten kannst. Die Höhe des Ertrags kommt natürlich auf die Jahreszeit an.

Jobverlust als Gelegenheit nutzen

Nehmt euch eine Auszeit und denkt einmal darüber nach, wohin der Weg führen soll. Vielleicht ist jetzt der Zeit einen neuen (vielleicht sogar besser bezahlten) Weg einzuschlagen? Was fandet ihr an eurer alten Stelle gut und was nicht? Bewerbt euch nicht blind, sondern recherchiert euren zukünftigen Arbeitgeber. Recherchiert ähnliche Berufsgruppen und Gehälter. Wieder zurück zu Herrn Winkler: Wissen ist Macht! Recherchiert Gehälter in der Firma in der ihr euch bewirbt. Vor allem, kennt auch euren Wert! Liste einmal auf, was du bereits geschafft hast – egal ob privat oder beruflich. Führ sie dir immer wieder vor deinen Augen. Und vor allem sei positiv! Die Menschen, mit denen du dein Bewerbungsgespräch führst können Verzweiflung riechen. Denk immer daran:

Du hast 100 Prozent deiner schlimmsten Tage überlebt!

Auch diese Phase des Jobverlustes wird vorüber gehen. Nutze die Chance und mach etwas daraus. Lenke dein Leben in die Richtung, die dich auch glücklich macht. Und wenn die nächste Stelle nicht deiner Vorstellung entspricht, suche weiter. Wir haben alle nur ein Leben. Und nein, der Job bestimmt nicht deinen Wert als Mensch. Du bist für deine Familie mehr wert, als jeder Arbeitgeber bieten kann. Am Ende des Tages kommt es auf eines an: Familie. Der Job ist zum überleben da. Familie zum Leben. Und wenn ihr Zwischendurch eine Aufmunterung braucht, hört einfach dieses Lied.

Bild: Canva

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