Leserfragen – 1. Ausgabe

Über Facebook hat mich eine nette Nachricht von Stefanie erreicht. Sie hat mich gefragt, ob ich auf unserem Blog ein paar Fragen beantworten könnte. Warum eigentlich nicht? Also hier ist, dank Stefanie, die erste Runde an Leserfragen:

Was habt ihr studiert?

Mein Mann hat Informatik studiert. Es passt wie die Faust aufs Auge. Er war schon immer gut in Mathe und ist ein absoluter Nerd. Ich habe Umweltmanagement studiert. Warum ich mich für diesen Studiengang entschieden habe? Ich wollte nicht nur am Schreibtisch sitzen und die Umwelt liegt mir am Herzen. Das hat sich nicht geändert. Allerdings würde ich es nicht noch einmal studieren. Warum fragt ihr euch? Die Jobs sind rar gesät, das heißt wenn wir in eine andere Stadt ziehen würden, müsste ich erst einmal einen Job finden. Mein Mann findet überall und jeder zeit eine neue Stelle. Die Wahl macht uns also ein bisschen immobil. Mein Mann könnte sich auch jederzeit bei Bedarf selbstständig machen, ich bin von einem Arbeitgeber abhängig und ich muss sagen das nagt an mir mehr und mehr. Eines meiner Lieblingsbücher ist “The Millionaire next door” von Thomas J. Stanley und er beschreibt typische Berufsbilder von Millionären: die meisten sind selbstständig z. B. als Buchhalter, Arzt, Händler etc.

Im Nachhinein wünschte ich

(unabhängig von den Studienkrediten), ich hätte entweder gar nicht studiert, aber dafür etwas gelernt mit dem ich mich selbstständig machen kann, oder etwas studiert, dass mich auf meinen eigenen zwei Beinen stehen lässt. Aber als ich studiert habe, hatte ich dieses ganze Wissen noch nicht, das ich mir über die letzten Jahren angelesen habe. Daher predige ich jetzt meinen jüngeren Cousinen und Cousins vor und hoffe sie wählen weiser.

Was macht ihr beruflich?

Wir sind beide tätig in den Bereichen, welche wir studiert haben. Ich bin Referentin im öffentlichen Dienst und mein Mann ist Senior Devops Engineer (ich sag Informatiker, da ich nicht sagen kann, was er genau macht, dazu fehlt mir das Fachwissen). Er ist in einem Fintech Startup tätig.

Wie seid ihr auf Dave Ramsey gekommen?

Das erste Mal habe ich von Dave gehört, als wir arme Studenten in den USA waren. Ich wünschte ich hätte auf ihn gehört und keine weiteren Studienkredite aufgenommen, aber mit einem halben Studium verdient man leider auch nichts. Eine Bekannte hat ihn damals erwähnt und ich habe mir dann im Buchladen das Buch “The Total Money Makeover” von Dave Ramsey gekauft. Ich war begeistert von dem Buch und habe es auch meinem meinem Mann zum lesen gegeben. Da wir allerdings kein Einkommen hatten, konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht wirklich die Schritte verfolgen.

Wie integriert ihr das Sparen in euren Alltag?

Sparen ist mittlerweile in unser Fleisch und Blut übergegangen. Ich habe immer noch die Armen-Mentalität die ich als Schülerin und Studentin hatte. So richtig reich, fühle ich mich wenn unser (17 Jahre altes) Auto vollgetankt ist. Dafür hat es früher nie gereicht. Einen 50 Euro Schein auszugeben tut mir immer noch weh. Deswegen zahle ich auch in bar. Das Gefühl kommt nicht wenn ich mit der EC-Karte zahle.

Meine Unterwäsche ist von Aldi. Für Pullover, Blusen/Hemden, und Hosen geben mein Mann und ich nie mehr als 20 Euro pro Stück aus. Bei Schuhen gebe ich gut 50 Euro aus. Ich hasse es Blasen zu bekommen und achte auf Qualität. Dafür trage ich die Schuhe bis zum Ende und lasse sie auch gerne zwischendurch besohlen. Meine silberne Uhr von Esprit habe ich zum 16. Geburtstag bekommen. Ich finde sie ziemlich zeitlos und trage sie immer noch. Ich stopfe auch Socken wenn ich Sonntags Tatort schaue, aber ich glaube das habe ich eher von meiner Oma, die nach dem 2. Weltkrieg mit wenig Geld acht Kinder aufgezogen hat. Sie war der ultimative Sparfuchs und ich ziehe den Hut vor ihr.

Ich hasse es auch unterwegs Geld auszugeben, daher habe ich im Auto und in der Handtasche (eine Markenhandtasche, welche inzwischen 13 Jahre alt ist) immer eine Flasche Wasser dabei und Obst für das Kind. Übrig gebliebenes Essen nehmen wir auch auf die Arbeit mit und wir versuchen so gut wie möglich vorauszuplanen was wir die Woche über essen. Da muss ich zugeben haben wir noch Verbesserungspotenzial.

Manchmal muss mich auch mein Mann nötigen Geld auszugeben. Er sagt ich bin knausrig wie Dagobert Duck. Im Dezember habe ich endlich nachgegeben und eine neue Brille gekauft. Die alte Brille war von 2008. Ja, ich sehe jetzt besser, aber tagsüber trage ich meistens sowieso Kontaktlinsen.

Meine Familie denkt, dass wir arm wie Kirchenmäuse sind. Ich weiß wir sind auf dem richtigen Weg, aber über die Jahre sind wir selbstsicher genug geworden, dass uns Kommentare zu unserem Lebensstil nicht weiter kümmern. Manchmal bringen sie mich aber auch zum Schmunzeln. Es hilft, dass wir am Anfang jeden Monats unser Haushaltsbudget erstellen und jeder Euro bekommt seinen Auftrag. Aber das heißt nicht, dass wir nicht manchmal auch einfach nur sinnlos Geld ausgeben möchten.

Liebe Stefanie, ich hoffe wir haben deine Fragen zur Zufriedenheit beantwortet. Wir freuen uns auf weitere Leserfragen!

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