Die Stromspardetektive – Teil 1

Wie ihr ja wisst, war ich immer sehr stolz auf unseren geringen Stromverbrauch. In unserer 60 m2 großen Wohnung hatten wir als vierköpfige Familie, den Stromverbrauch einer Einzelperson. Ihr könnt euch also den Schock – ja, ich bin tatsächlich fast ohnmächtig geworden – vorstellen, als ich bemerkt habe, das wir in knapp vier Monate im neuen Haus nun schon ganze 1.500 kWh verbraucht haben.

Wie kam es dazu?

Das habe ich mich natürlich auch gefragt. Wie ihr wisst haben wir seit dem Umzug ein Hin und Her zwischen dem Grundversorger E.On und den Stadtwerken. Irgendwo fand im November eine Softwareumstellung statt und wir waren die Leidtragenden. Irgendwann habe ich einfach ein Bild von unseren Zählern gemacht und das den Betreibern geschickt. Es ist eine lange Geschichte und ich will euch nicht zum Einschlafen bringen. Ende vom Lied: Ein Willkommensschreiben der Stadtwerke (bei denen wir bereits vor unserem Umzug Kunde waren) und Karten für den Zoo als Entschuldigung (das nächste Geburtstagsgeschenk für unsere kleine Tochter!).

Durchatmen! Endlich war der Stress der letzten Monate vorbei (hatten wir ja genug mit der Insolvenz des Arbeitgebers meines Mannes und dann noch Corona!). Endlich war alles geregelt und ich musste keine wöchentlichen Einschreiben mehr verfassen. Dann kam jedoch eine Mahnung von E.On. Wie kann das sein? Es hat sich herausgestellt, das wir nun mit unserem Zähler für die Wärmepumpe bei den Stadtwerken sind und dafür auch monatlich unseren (heftigen!) Abschlag zahlen, aber nicht mit dem Hausstrom. Wer will den zwei unterschiedliche Stromversorger haben? Ihr könnt euch hier mich bildlich vorstellen, wie ich meinen Kopf gegen die Wand geschlagen habe.

Also wieder Krisengipfel, die Leitungen liefen heiß und nun halte ich das zweite Willkommensschreiben der Stadtwerke in der Hand. Damit ich mit dem Grundversorger E.On alles nun endgültig abwickeln konnte, musste ich einen Blick auf den Zählerstand werfen. Und hier hat mich dann wirklich der Schlag geworfen. Seit dem 18. Januar haben wir 1.500 kWh verbraucht!

Ist es die Heizung gewesen?

Wie ihr ja wisst, fiel beim Einzug auf, dass die Erdwärmepumpe nicht funktioniert hat. Der Installateur hat seinen Schraubenschlüssel reingesteckt, es hat Funken gesprüht und ich wusste, über Weihnachten wird die Heizung nicht laufen. Wir haben dann netterweise von unserem Vermieter bis zur Reparatur elektrische Heizlüfter bekommen. Die haben das Haus bzw. nur die Räume in denen wir uns befunden haben, zwar aufgeheizt, aber auch kräftig Strom gezogen. Die Heizung war jedoch bis zum 18. Januar repariert. Die Heizung kann es also nicht gewesen sein.

Wer ist der Übeltäter?

Da es bei diesem Stromverbrauch nicht bleiben soll, begeben wir uns auf die Suche nach dem Übeltäter.

Verdächtiger Nummer 1: Unsere Lampen

Sind wir für den höheren Stromverbrauch verantwortlich? Ich muss zugeben im Trubel des Umzugs und der darauffolgenden Katastrophen, habe ich noch nicht alle Lampen auf LED umgetauscht. Die Lampe in der Garage ist sogar noch eine Glühbirne. Die haben wir jedoch nur einmal kurz angeschaltet, um unseren Töchtern zu zeigen, wie die Lampen in den guten alten Zeiten ausgesehen haben. Das kann es also nicht sein, oder etwa doch?

Verdächtiger Nummer 2: Die Kühl- und Gefrierkombi

Sind es die Haushaltsgeräte? In unserer alten Wohnung hatten wir Haushaltsgeräte mit der Energieeffizienz von A+ bis A+++. Unsere Nachmieter haben unseren Geschirrspüler übernommen und der Herd gehörte zur Wohnung. Unseren Kühlschrank, die Waschmaschine und den Trockner haben wir mitgenommen.

Wie ich auf Instagram schon gezeigt habe, wird unsere Kühl- und Gefrierkombi zwischen dem Kühlteil und dem Gefrierteil (man merkt hier spricht die Fachfrau!) sehr warm, fast schon heiß. Wir haben recherchiert und mein Mann will den Kühlschrank auseinander nehmen. Das heißt wir müssen ihn restlos leer futtern. Seit Tagen widmen wir uns dieser harten Aufgabe. Zusätzlich haben wir ein Strommessgerät besorgt um zu sehen, ob die Kühl- und Gefrierkombi aufgrund der plötzlichen Erwärmung auch für den höheren Stromverbrauch verantwortlich ist. Nachdem ich kein günstiges Gerät in den Kleinanzeigen gefunden habe, habe ich dieses Gerät bestellt. Wir halten euch auf dem Laufenden, ob wir den Fehler finden. Drückt uns die Daumen, dass die Kühl- und Gefrierkombi noch nicht schlapp macht. Wir haben sie 2013 gekauft, das heißt sie ist nun sieben Jahre alt. Ich hoffe sie hält noch ein paar Jahre durch, zumindest bis wir schuldenfrei sind. Bis jetzt waren wir sehr zufrieden mit unserer Wahl, plus sie ist No-Frost. Ich möchte es nicht mehr missen. Wer hat schon Zeit zum Abtauen, oder?

Verdächtiger Nummer 3: Der Ofen

Der Ofen ist alt. Ich habe keine Ahnung wie alt er ist. Vom Design her kann er auch schon 20 Jahre alt sein, aber auch erst 10. Ich habe keine Ahnung wie effizient der Ofen ist. Unser Vermieter hat die Küche für uns im Haus gelassen und uns frei gestellt, ob wir unsere eigene Küche einbauen möchten. Da aber die Schuldentilgung Vorrang hat, und auch nicht sicher ist wie lange unsere Kühl- und Gefrierkombi durchhält, möchte ich den Ofen erst einmal ungern austauschen. Aufgrund der unterschiedlichen Schaltkreise können wir den Stromverbrauch des Ofens nicht mit dem Messgerät berechnen.

Verdächtiger Nummer 4: Die Geschirrspülmaschine

Oh, wie vermisse ich meine alte Geschirrspülmaschine. Wir haben nun eine schmale Geschirrspülmaschine und für einen vier Personen Haushalt ist sie suboptimal. Dazu ist sie auch älter und wohl der gleiche Jahrgang wie der Herd. Wie hoch der Stromverbrauch der Spülmaschine ist, hat sich uns bis jetzt noch nicht erschlossen. Falls jemand weiß, wie ich das Alter der Geräte herausfinde, gebt mir bitte Bescheid.

Eine neue Spülmaschine möchte ich erst einmal ungern kaufen, da ich diese nicht beim nächsten Umzug (auch wenn es wohl noch einige Jahre in der Zukunft liegt) mitnehmen würde. Eine größere Spülmaschine würde nicht in die Küche passen. Die Spülmaschine hat übrigens ihre Tücken. Zum Beispiel legen wir zwei Schüsseln flach in die untere Schublade und es wird nur eine Schüssel sauber, bei gleichem Verschmutzungsgrad. Wie ist das möglich?

Verdächtiger Nummer 5: Corona

Corona! Wir sind seit Anfang März fast 24/7 zu Hause. Natürlich verbrauchen wir mehr Strom. Wir kochen und backen häufiger, die Kinder hören den ganzen Tag Hörbücher und mein Mann hat drei Bildschirme mit diversen Computern/Laptops/was auch immer laufen im Home-Office (es ist ein Kuddelmuddel). Aber kann das der Grund für den Stromverbrauch sein? Vielleicht ist der Stromverbrauch auch normal für ein 120 m2 großes Haus mit vier Personen?

Unser Action-Plan

Nachdem ich mich ja nun in Kurzarbeit befinde und wie ihr gesehen habt, To-Do-Listen liebe, gibt es einen Action-Plan:

  1. Zeit für die Inventur: Alle Lampen werden inspiziert und auf LED-Lampen umgestellt.
  2. Wir messen den Stromverbrauch der Kühl- und Gefrierkombi.
  3. Danach wird der Stromverbrauch des Geschirrspülers gemessen.
  4. Mathe: Sollte sich Verdächtiger 2 oder 4 als Übeltäter erweisen, werden wir sehen wie hoch der Return on Investment wäre. Ein Austausch ist jedoch erst nach der Schuldentilgung geplant, außer sie geben ihren Geist auf (sorry, die Geräte sind für uns lebensnotwendig! Eine Scheidung, aufgrund täglicher Streitereien, wer den nun den Abwasch macht, kommt teurer!).

Falls jemand von euch in ähnlichen Verhältnissen lebt, wäre ich dankbar, wenn ihr mir euren jährlichen Stromverbrauch mitteilen würdet.

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